Eine KI-App will Zugriff auf meine Konten oder Dokumente. Was prüfe ich?

Erst mal: durchatmen. Der Bildschirm „Zugriff zulassen“ ist genau der Moment, in dem Sie die Kontrolle haben — noch ist nichts passiert. Die Regel ist einfach: Wer hat die App gemacht, und wozu braucht sie so viel? Und falls Sie schon getippt haben: Der Zugriff lässt sich jederzeit widerrufen, in zwei Minuten, in den Kontoeinstellungen.

Die ersten Schritte, jetzt

  1. Halten Sie beim „Zulassen“-Bildschirm inne. Dort steht genau, was die App sehen oder tun darf („deine E-Mails lesen“, „deine Dateien sehen“). Lesen Sie die Liste in Ruhe — nach dem Tippen bekommt die App wirklich alles, was dort steht.
  2. Prüfen Sie, wer die App gemacht hat: Suchen Sie sie selbst im offiziellen Store (App Store, Google Play) oder auf der Website des Herstellers, sehen Sie sich den Firmennamen, die Bewertungen und das Alter der App an. Wenn Sie nicht erkennen können, wer dahintersteht, geben Sie keinen Zugriff.
  3. Vergleichen Sie, was sie verlangt, mit dem, was sie tut: Geben Sie nur den Zugriff, den sie braucht — für die Aufgabe, die Sie von ihr wollen. Eine App, die Dokumente zusammenfasst, hat keinen Grund, Ihre E-Mails oder Kontakte zu lesen.
  4. Wählen Sie die am stärksten eingeschränkte Variante, wenn es sie gibt: „nur diese Datei / diesen Ordner“, „nur lesen“, „nur während ich die App nutze“ — nicht „Zugriff auf das ganze Konto“.
  5. Schon auf „Zulassen“ getippt, und Sie bereuen es? Widerrufen Sie den Zugriff: bei Google auf myaccount.google.com/connections, bei Microsoft in den Kontoeinstellungen unter „Apps und Dienste“, bei Facebook unter Einstellungen → „Apps und Websites“. Entfernen Sie die App aus der Liste — der Zugriff endet.

Was Sie NICHT tun sollten

  • Geben Sie nicht „Zugriff auf alles“, nur damit es schneller geht — Sie können später zurückkommen und Berechtigungen ergänzen, wenn es wirklich nötig ist.
  • Installieren Sie keine KI-Apps aus Werbung oder aus Links in Nachrichten — suchen Sie sie selbst, mit ihrem Namen, im offiziellen Store.
  • Tippen Sie Ihr E-Mail- oder Bank-Passwort nie direkt in eine KI-App ein. Die korrekte Zugriffsanfrage führt Sie auf die offizielle Google-/Microsoft-Seite, die Ihnen zeigt, welchen Zugriff Sie geben — sie fragt nicht in der App nach Ihrem Passwort.
  • Verbinden Sie das Konto von der Arbeit (Firmen-E-Mail, Kundendokumente) nicht, ohne vorher die IT-Abteilung zu fragen.

Woran Sie es beim nächsten Mal erkennen

  • Sie verlangt viel zu viel für das, was sie tut: Ein „Bildgenerator“, der Zugriff auf E-Mails und Kontakte will, hat keinen guten Grund.
  • Ein Hersteller, den Sie nirgends finden: eine Website ohne Kontaktdaten, eine App, die erst seit Kurzem existiert, wenige Bewertungen oder solche, die kopiert klingen.
  • Sie setzt Sie unter Druck: „Zugriff erteilen, um fortzufahren“, Angebote „nur heute“, Fenster, die immer wieder aufpoppen, bis Sie „Zulassen“ tippen.
  • Sie imitiert eine bekannte App: fast identischer Name, ähnliches Logo, aber ein anderer Hersteller.

Dieser Ratgeber hilft Ihnen, schnell zu handeln. Er ersetzt nicht die offiziellen Anweisungen Ihrer Bank, der Polizei oder der Behörden. Im Zweifel rufen Sie die Nummern oben an.