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„Die Bank / die Polizei / ein Angehöriger in Not“ ruft an. Was tun?
Erst mal: durchatmen. Sie haben jedes Recht, aufzulegen und zu prüfen. Betrüger setzen auf Eile und Angst — wenn Sie sich ein paar Minuten nehmen und selbst über eine offizielle Nummer zurückrufen, fällt die Falle fast immer in sich zusammen.
Die ersten Schritte, jetzt
- Legen Sie auf. Das ist nicht unhöflich — es ist das Sicherste. Keine echte Behörde und keine echte Bank nimmt es Ihnen übel, dass Sie auflegen und selbst zurückrufen.
- Rufen Sie selbst zurück — über die offizielle Nummer: die Bank über die Nummer auf Ihrer Karte, den Angehörigen auf seiner bekannten Nummer, die Behörde über die Nummer auf der offiziellen Website. Nicht die Nummer zurückrufen, von der der Anruf kam.
- Wurden Sie nach einem SMS-Code, einem Passwort oder Ihren Kartendaten gefragt — und haben nichts weitergegeben? Gut. Haben Sie doch etwas weitergegeben? Rufen Sie sofort Ihre Bank an und sperren Sie die Karte — Nummer auf der Karte oder Sperr-Notruf 116 116 (kostenlos, rund um die Uhr; sperrt auch das Online-Banking).
- Geht es um den „Angehörigen in Not, der sofort Geld braucht“: Prüfen Sie direkt bei ihm oder bei einem anderen Familienmitglied, bevor irgendetwas gezahlt wird. Stimmen lassen sich imitieren, auch mit KI.
- Haben Sie bereits Geld überwiesen: Rufen Sie die Bank an (Rückholung der Zahlung) und erstatten Sie Anzeige — über die Onlinewache Ihres Bundeslandes oder bei jeder Polizeidienststelle.
Was Sie NICHT tun sollten
- Geben Sie am Telefon niemals den SMS-Code, die PIN, ein Passwort oder die Prüfziffer (CVV) heraus — echte Bankmitarbeiter fragen nie danach.
- Installieren Sie keine „Fernzugriffs“-Apps (AnyDesk, TeamViewer), die der Anrufer verlangt.
- Lassen Sie sich nicht hetzen. „Es muss jetzt sofort sein, sonst …“ ist genau ihr Werkzeug.
Woran Sie es beim nächsten Mal erkennen
- Dringlichkeit und Geheimhaltung: „Erzählen Sie niemandem davon“, „wir müssen in dieser Minute handeln“.
- Sie sollen Ihr Geld „auf ein sicheres Konto“ überweisen oder Codes durchgeben, „um einen Betrug zu stoppen“ — das ist der Betrug. So arbeiten falsche Bankmitarbeiter.
- Falsche Polizeibeamte: am Telefon, an der Haustür oder per Brief und E-Mail; sie wollen Geld oder Wertsachen „in sichere Verwahrung“ nehmen. Merksatz der Polizei: „Die Polizei wird Sie niemals um Geldbeträge bitten.“
- Die Nummer im Display sieht aus wie die einer Behörde oder Ihrer Bank — sie lässt sich fälschen (Call-ID-Spoofing). Eine angezeigte Nummer ist kein Beweis; zählen tut nur der eigene Rückruf über eine selbst herausgesuchte Nummer.
- Emotionaler Druck: Angst, Scham, Mitleid („der Opa liegt im Krankenhaus und braucht Geld“) — oder eine Stimme mit seltsamen Pausen und unnatürlicher Betonung (womöglich KI-geklont).
Dieser Ratgeber hilft Ihnen, schnell zu handeln. Er ersetzt nicht die offiziellen Anweisungen Ihrer Bank, der Polizei oder der Behörden. Im Zweifel rufen Sie die Nummern oben an.