← Alle Situationen

Ich kaufe einen Gebrauchtwagen und soll in Vorkasse gehen. Was tun?

Erst mal: durchatmen. Ein echtes Auto kann man ansehen, anfassen und prüfen, bevor auch nur ein Euro fließt. Der ganze Betrug ruht auf einem einzigen Punkt: Sie sollen überzeugt werden, eine Anzahlung zu leisten, „um es zu reservieren“ — bevor Sie es gesehen haben. Wenn Sie Auto und Papiere nicht sehen können, senden Sie kein Geld.

Die ersten Schritte, jetzt

  1. Überweisen Sie keine Anzahlung, bevor Sie das Auto nicht real gesehen haben. „Mit einer Anzahlung reservieren“ für ein Auto, das Sie nicht besichtigen können, ist das klassische Betrugsmuster — oft existiert das Auto gar nicht. Der Rat der Polizei: Vorkasse ganz vermeiden.
  2. Vorsicht bei „sicherem Transport“, „Speditionen“ oder Diensten, die „das Geld bis zur Lieferung verwahren“ (angebliche Treuhand-/Escrow-Konten, auch falsche „Notare“): Die Websites sind meist gefälscht. Die ADAC-Regel: Geld nur persönlich, bei der Übergabe von Auto und Papieren.
  3. Prüfen Sie die Historie des Autos (echter Kilometerstand, Schäden) über einen offiziellen Dienst, bevor Sie irgendetwas zahlen.
  4. Falls Sie schon gezahlt haben: Rufen Sie Ihre Bank an, lassen Sie die Überweisung zurückrufen und sichern Sie alle Beweise.
  5. Erstatten Sie Anzeige — über die Onlinewache Ihres Bundeslandes oder bei jeder Polizeidienststelle — und melden Sie die Anzeige auf dem Portal.

Was Sie NICHT tun sollten

  • Zahlen Sie weder Anzahlung noch Kaufpreis, bevor Sie Auto und Papiere in echt gesehen haben.
  • Vertrauen Sie nicht der „Spedition“ oder dem „Treuhandservice“, den der Verkäufer selbst vorschlägt.
  • Senden Sie kein Geld über Western Union oder MoneyGram und überweisen Sie nichts auf ein anderes Konto „aus Steuer- oder Zollgründen“.

Woran Sie es beim nächsten Mal erkennen

  • Preis deutlich unter Marktwert für ein gefragtes Modell — das Lockangebot.
  • Der Verkäufer ist „im Ausland“, Sie können das Auto nicht besichtigen, und er verlangt eine Anzahlung per Überweisung plus Lieferung durch eine „Transportfirma“.
  • Man bietet Ihnen eine „sichere Bezahlseite“ oder ein „Treuhandkonto“ an, das „garantiert“, dass Sie Ihr Geld zurückbekommen — gefälschte Transport- und Escrow-Firmen, falsche Notare.
  • Die Fotos und Dokumente tauchen auch in anderen Anzeigen auf (prüfen Sie mit einer Rückwärts-Bildersuche).

Dieser Ratgeber hilft Ihnen, schnell zu handeln. Er ersetzt nicht die offiziellen Anweisungen Ihrer Bank, der Polizei oder der Behörden. Im Zweifel rufen Sie die Nummern oben an.