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Ich kaufe einen Gebrauchtwagen und soll in Vorkasse gehen. Was tun?
Erst mal: durchatmen. Ein echtes Auto kann man ansehen, anfassen und prüfen, bevor auch nur ein Euro fließt. Der ganze Betrug ruht auf einem einzigen Punkt: Sie sollen überzeugt werden, eine Anzahlung zu leisten, „um es zu reservieren“ — bevor Sie es gesehen haben. Wenn Sie Auto und Papiere nicht sehen können, senden Sie kein Geld.
Die ersten Schritte, jetzt
- Überweisen Sie keine Anzahlung, bevor Sie das Auto nicht real gesehen haben. „Mit einer Anzahlung reservieren“ für ein Auto, das Sie nicht besichtigen können, ist das klassische Betrugsmuster — oft existiert das Auto gar nicht. Der Rat der Polizei: Vorkasse ganz vermeiden.
- Vorsicht bei „sicherem Transport“, „Speditionen“ oder Diensten, die „das Geld bis zur Lieferung verwahren“ (angebliche Treuhand-/Escrow-Konten, auch falsche „Notare“): Die Websites sind meist gefälscht. Die ADAC-Regel: Geld nur persönlich, bei der Übergabe von Auto und Papieren.
- Prüfen Sie die Historie des Autos (echter Kilometerstand, Schäden) über einen offiziellen Dienst, bevor Sie irgendetwas zahlen.
- Falls Sie schon gezahlt haben: Rufen Sie Ihre Bank an, lassen Sie die Überweisung zurückrufen und sichern Sie alle Beweise.
- Erstatten Sie Anzeige — über die Onlinewache Ihres Bundeslandes oder bei jeder Polizeidienststelle — und melden Sie die Anzeige auf dem Portal.
Was Sie NICHT tun sollten
- Zahlen Sie weder Anzahlung noch Kaufpreis, bevor Sie Auto und Papiere in echt gesehen haben.
- Vertrauen Sie nicht der „Spedition“ oder dem „Treuhandservice“, den der Verkäufer selbst vorschlägt.
- Senden Sie kein Geld über Western Union oder MoneyGram und überweisen Sie nichts auf ein anderes Konto „aus Steuer- oder Zollgründen“.
Woran Sie es beim nächsten Mal erkennen
- Preis deutlich unter Marktwert für ein gefragtes Modell — das Lockangebot.
- Der Verkäufer ist „im Ausland“, Sie können das Auto nicht besichtigen, und er verlangt eine Anzahlung per Überweisung plus Lieferung durch eine „Transportfirma“.
- Man bietet Ihnen eine „sichere Bezahlseite“ oder ein „Treuhandkonto“ an, das „garantiert“, dass Sie Ihr Geld zurückbekommen — gefälschte Transport- und Escrow-Firmen, falsche Notare.
- Die Fotos und Dokumente tauchen auch in anderen Anzeigen auf (prüfen Sie mit einer Rückwärts-Bildersuche).
Dieser Ratgeber hilft Ihnen, schnell zu handeln. Er ersetzt nicht die offiziellen Anweisungen Ihrer Bank, der Polizei oder der Behörden. Im Zweifel rufen Sie die Nummern oben an.