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Dringend — handeln Sie jetzt

Ich verkaufe auf Kleinanzeigen, Vinted oder Marketplace und soll über einen Link „Geld erhalten“. Was tun?

Erst mal: durchatmen. Der Trick dieser Masche ist, dass Sie glauben, Geld zu bekommen — also lassen Sie die Wachsamkeit sinken. Die Wahrheit ist einfach: Niemand braucht Ihre Kartendaten, um Ihnen Geld zu schicken. Wenn ein Link oder QR-Code sie „für die Auszahlung“ verlangt, ist es Betrug — und jetzt wissen Sie es.

Die ersten Schritte, jetzt

  1. Öffnen Sie den Link nicht und geben Sie keine Kartendaten ein. Merken Sie sich die goldene Regel: Um Geld zu ERHALTEN, brauchen Sie niemals Kartennummer, PIN oder einen Code. Nur, um Geld zu SENDEN.
  2. Falls Sie Ihre Kartendaten schon eingegeben haben: Rufen Sie sofort den Sperr-Notruf 116 116 an (rund um die Uhr, kostenlos aus dem deutschen Festnetz; aus dem Ausland +49 116 116) oder Ihre Bank über die Nummer auf der Kartenrückseite, und lassen Sie die Karte sperren.
  3. Kommunizieren und bezahlen Sie ausschließlich über die Plattform — keine Links oder QR-Codes aus dem Chat, von WhatsApp oder per SMS. Das echte „Sicher bezahlen“ von Kleinanzeigen führt Sie nie auf externe Seiten, um Kartendaten „zum Empfangen“ einzugeben.
  4. Bei PayPal: Verkaufen Sie an Unbekannte nur mit „Waren und Dienstleistungen“. Wer „Freunde und Familie“ verlangt, will Ihnen den Käuferschutz nehmen — bei diesem Trick sind Sie als Verkäufer oder Käufer ungeschützt.
  5. Melden Sie den Nutzer und die Nachricht in der App.
  6. Haben Sie Geld verloren: Rufen Sie Ihre Bank an (Rückholung der Zahlung) und erstatten Sie Anzeige — über die Onlinewache Ihres Bundeslandes oder bei jeder Polizeidienststelle, mit den Screenshots.

Was Sie NICHT tun sollten

  • Geben Sie keine Kartendaten, PIN oder Codes ein, um Geld zu „erhalten“ — so funktioniert eine Auszahlung niemals.
  • Wechseln Sie nicht auf WhatsApp, nur weil der „Käufer“ oder ein angeblicher „Zusteller“ darum bittet — alles bleibt in der Plattform.
  • Scannen Sie keine zugeschickten QR-Codes „für die Auszahlung“ (Quishing) und schicken Sie kein Foto von Ausweis oder Karte.

Woran Sie es beim nächsten Mal erkennen

  • Der „Käufer“ meldet sich sofort, fragt kaum etwas zur Ware, „hat schon bezahlt“ und drängt darauf, dass Sie das Geld über einen Link oder QR-Code annehmen.
  • Die Seite sieht aus wie Kleinanzeigen mit „Sicher bezahlen“, aber die Adresse ist leicht anders (zusätzliche Buchstaben, Bindestriche, andere Domain) — eine nachgebaute Kopie.
  • Sie sollen die Daten Ihrer Karte eingeben, um den Betrag zu „empfangen“ — das ist das eindeutige Betrugssignal. Auf Kleinanzeigen gibt es keinen Ablauf, bei dem Sie zum Geldempfang Kartendaten auf externen Seiten eintragen.
  • Die Seite verlangt Ihre PIN oder einen per SMS erhaltenen Code. Keine echte Auszahlung fragt danach.
  • Der „Käufer“ besteht auf PayPal „Freunde und Familie“ („geht schneller, ist günstiger“) — diese Zahlungsart hat keinen Käuferschutz und wird gezielt missbraucht.

Dieser Ratgeber hilft Ihnen, schnell zu handeln. Er ersetzt nicht die offiziellen Anweisungen Ihrer Bank, der Polizei oder der Behörden. Im Zweifel rufen Sie die Nummern oben an.