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Ich habe ein Konzert- oder Festivalticket gekauft, und es wirkt gefälscht. Was tun?
Erst mal: durchatmen. Ein Ticket vom Zweitmarkt ist nicht automatisch gefälscht — aber die Prüfung gehört vor die Zahlung, nicht danach. Am sichersten ist der Weiterverkauf über die offizielle Plattform des Veranstalters, wo das Ticket auf Ihren Namen übertragen wird. Weicht der Verkäufer genau davon aus, ist das ein Zeichen.
Die ersten Schritte, jetzt
- Prüfen Sie das Ticket an der Quelle: Fragen Sie beim Veranstalter oder der offiziellen Vorverkaufsstelle nach, ob der Code oder die Bestellung gültig ist. Ein QR-Code kann mehrfach verkauft werden — die Wahrheit zeigt sich erst beim Scannen am Einlass.
- Haben Sie mit Karte bezahlt, rufen Sie Ihre Bank an und verlangen Sie die Rückbuchung (Chargeback); bei einer Überweisung bitten Sie um die Rückholung der Zahlung. Haben Sie Kartendaten auf einer zweifelhaften Seite eingegeben: Sperr-Notruf 116 116, kostenlos und rund um die Uhr.
- Sichern Sie die Beweise: die Anzeige, den Chatverlauf, den Zahlungsbeleg und die Daten des Verkäufers. Nichts löschen.
- Erstatten Sie Anzeige — über die Onlinewache Ihres Bundeslandes (portal.onlinewache.polizei.de) oder bei jeder Polizeidienststelle. Handelt es sich um eine gewerbliche Ticketbörse, hilft auch die Verbraucherzentrale weiter.
Was Sie NICHT tun sollten
- Kaufen Sie keine Tickets per Vorkasse-Überweisung von Unbekannten aus Facebook-Gruppen oder Kleinanzeigen.
- Verlassen Sie sich nicht auf ein „Ausweisfoto“ des Verkäufers als Vertrauensbeweis — so etwas ist leicht gefälscht.
- Zahlen Sie nicht, bevor Sie geprüft haben, dass das Ticket offiziell auf Ihren Namen übertragen werden kann.
Woran Sie es beim nächsten Mal erkennen
- Zweitmarkt-Ticketbörsen wie viagogo: Preise weit über dem Originalpreis, Gebühren erst ganz am Ende sichtbar, unklar, wer eigentlich verkauft — die Verbraucherzentrale warnt vor genau diesen Risiken beim Ticketkauf auf dem Zweitmarkt.
- Tickets für Veranstaltungen, die gar nicht oder noch ohne festen Termin existieren — oder Tickets, die bezahlt sind, aber nie ankommen.
- Preis unter dem offiziellen, dazu Druck: „Ich habe noch andere Interessenten, überweisen Sie jetzt.“
- Neuer Verkäufer ohne Historie, der Vorkasse per Überweisung verlangt und die Weitergabe über die offizielle Plattform ablehnt (dort würde das Ticket sicher auf Ihren Namen übertragen).
- Sie bekommen nur ein Foto oder eine PDF mit einem QR-Code — der kann längst benutzt oder gleichzeitig an andere verkauft worden sein.
Dieser Ratgeber hilft Ihnen, schnell zu handeln. Er ersetzt nicht die offiziellen Anweisungen Ihrer Bank, der Polizei oder der Behörden. Im Zweifel rufen Sie die Nummern oben an.