← Alle Situationen

Ich wurde beim Online-Einkauf betrogen. Was tun?

Erst mal: durchatmen. Auch wenn Sie schon bezahlt haben, ist nicht alles verloren: Bei Kartenzahlung kann Ihre Bank eine Rückbuchung versuchen, und die Beweise, die Sie jetzt sichern, zählen enorm. Das Wichtigste zuerst — überweisen Sie kein weiteres Geld.

Die ersten Schritte, jetzt

  1. Sichern Sie jetzt die Beweise: Screenshots der Anzeige oder des Shops, der Unterhaltung, der Bezahlseite, der Überweisungsbestätigung und der Verkäuferdaten. Löschen Sie nichts.
  2. Haben Sie mit Karte bezahlt: Rufen Sie Ihre Bank an und fragen Sie nach dem „Chargeback“ (Rückbuchung für nicht gelieferte Ware). Je schneller Sie handeln, desto besser die Chancen.
  3. Haben Sie per Überweisung gezahlt: Bitten Sie Ihre Bank, die Zahlung zurückzurufen — manchmal ist noch Zeit, solange das Geld nicht abgehoben wurde.
  4. Prüfen Sie die Shop-Adresse im Fakeshop-Finder der Verbraucherzentrale (URL eingeben, Ampel-Ergebnis) — so bestätigen Sie den Verdacht und haben es schwarz auf weiß für die Anzeige.
  5. Melden Sie die Anzeige und den Verkäufer auf der Plattform (Kleinanzeigen, Facebook Marketplace usw.).
  6. Wenden Sie sich an die Verbraucherzentrale Ihres Bundeslandes und erstatten Sie Anzeige wegen Betrugs — über die Onlinewache Ihres Bundeslandes oder bei jeder Polizeidienststelle.

Was Sie NICHT tun sollten

  • Überweisen Sie kein weiteres Geld, „damit das Paket freigegeben wird“ oder „für Zollgebühren“ — das ist die Fortsetzung des Betrugs.
  • Akzeptieren Sie keine „Rückerstattung“ über einen Link, der erneut Ihre Kartendaten verlangt: Das ist die zweite Falle.
  • Verzichten Sie nicht auf die Beweise — ohne Screenshots ist eine Anzeige viel schwerer zu belegen.

Woran Sie es beim nächsten Mal erkennen

  • Preise weit unter dem Markt — oft ist gleich der ganze Shop „reduziert“ — und Druck, schnell zu zahlen, „weil andere Käufer warten“.
  • An der Kasse bleibt am Ende nur Vorkasse per Überweisung übrig, obwohl der Shop andere Zahlarten anzeigt; das Impressum fehlt oder ist fehlerhaft.
  • Der Verkäufer lockt Sie von der Plattform weg (auf WhatsApp) und verlangt Vorkasse per Direktüberweisung oder PayPal „Freunde und Familie“ — ohne Käuferschutz.
  • Neues Konto ohne Bewertungen, Fotos aus dem Internet, keine Abholung oder Zahlung bei Übergabe möglich. Beim nächsten Mal: unbekannte Shops vorher im Fakeshop-Finder prüfen und aktuelle Betrugsmails im Phishing-Radar nachschlagen.

Dieser Ratgeber hilft Ihnen, schnell zu handeln. Er ersetzt nicht die offiziellen Anweisungen Ihrer Bank, der Polizei oder der Behörden. Im Zweifel rufen Sie die Nummern oben an.