← Alle Situationen
Ich wurde beim Online-Einkauf betrogen. Was tun?
Erst mal: durchatmen. Auch wenn Sie schon bezahlt haben, ist nicht alles verloren: Bei Kartenzahlung kann Ihre Bank eine Rückbuchung versuchen, und die Beweise, die Sie jetzt sichern, zählen enorm. Das Wichtigste zuerst — überweisen Sie kein weiteres Geld.
Die ersten Schritte, jetzt
- Sichern Sie jetzt die Beweise: Screenshots der Anzeige oder des Shops, der Unterhaltung, der Bezahlseite, der Überweisungsbestätigung und der Verkäuferdaten. Löschen Sie nichts.
- Haben Sie mit Karte bezahlt: Rufen Sie Ihre Bank an und fragen Sie nach dem „Chargeback“ (Rückbuchung für nicht gelieferte Ware). Je schneller Sie handeln, desto besser die Chancen.
- Haben Sie per Überweisung gezahlt: Bitten Sie Ihre Bank, die Zahlung zurückzurufen — manchmal ist noch Zeit, solange das Geld nicht abgehoben wurde.
- Prüfen Sie die Shop-Adresse im Fakeshop-Finder der Verbraucherzentrale (URL eingeben, Ampel-Ergebnis) — so bestätigen Sie den Verdacht und haben es schwarz auf weiß für die Anzeige.
- Melden Sie die Anzeige und den Verkäufer auf der Plattform (Kleinanzeigen, Facebook Marketplace usw.).
- Wenden Sie sich an die Verbraucherzentrale Ihres Bundeslandes und erstatten Sie Anzeige wegen Betrugs — über die Onlinewache Ihres Bundeslandes oder bei jeder Polizeidienststelle.
Was Sie NICHT tun sollten
- Überweisen Sie kein weiteres Geld, „damit das Paket freigegeben wird“ oder „für Zollgebühren“ — das ist die Fortsetzung des Betrugs.
- Akzeptieren Sie keine „Rückerstattung“ über einen Link, der erneut Ihre Kartendaten verlangt: Das ist die zweite Falle.
- Verzichten Sie nicht auf die Beweise — ohne Screenshots ist eine Anzeige viel schwerer zu belegen.
Woran Sie es beim nächsten Mal erkennen
- Preise weit unter dem Markt — oft ist gleich der ganze Shop „reduziert“ — und Druck, schnell zu zahlen, „weil andere Käufer warten“.
- An der Kasse bleibt am Ende nur Vorkasse per Überweisung übrig, obwohl der Shop andere Zahlarten anzeigt; das Impressum fehlt oder ist fehlerhaft.
- Der Verkäufer lockt Sie von der Plattform weg (auf WhatsApp) und verlangt Vorkasse per Direktüberweisung oder PayPal „Freunde und Familie“ — ohne Käuferschutz.
- Neues Konto ohne Bewertungen, Fotos aus dem Internet, keine Abholung oder Zahlung bei Übergabe möglich. Beim nächsten Mal: unbekannte Shops vorher im Fakeshop-Finder prüfen und aktuelle Betrugsmails im Phishing-Radar nachschlagen.
Dieser Ratgeber hilft Ihnen, schnell zu handeln. Er ersetzt nicht die offiziellen Anweisungen Ihrer Bank, der Polizei oder der Behörden. Im Zweifel rufen Sie die Nummern oben an.